Aldi Bekannte….

by Yussi Pick

Ich entschuldige mich vorweg für den überaus schlechten Wortwitz in der Überschrift, für den ich mich jetzt schon schäme.

Folgende Entdeckung hat dazu geführt:

Aber eigentlich geht es um meinen Wochenendausflug an den Lake Erie. Der ist der zehnt größte See der Welt und war mal ein Schlachtfeld. Nämlich im Britisch/Canadischen Krieg mit den USA. Es waren aber die USA die angegriffen haben. Haben wir wieder was gelernt (vielen Dank für die Aufmerksamkeit). Und weil USA und Canada seit dem gute Kumpels sind, haben sie auf South Bass einen Turm gebaut. Die Amis sind aber ein bisschen Arschlöcher, weil der Turm ist nicht nur eine Erinnerung an den ewigen Frieden zwischen Canada und den USA sondern gleichzeitig ein Zeichen des Sieges von Commodore (ja, nicht nur unsere Helden haben solche Titel) Perry gegen die Briten (die zu dieser Zeit noch Canada waren). 1812 war die Chose, übrigens.

Wir waren also auf South Bass, wie der/die LeserIn mit Leseverständnis schon erraten haben dürfte. South Bass ist ein bisschen wie Mallorca, nur kleiner. Viel kleiner. Überall rennen betrunkene, dicke Männer entweder mit nacktem Oberkörper oder mit Ohio State T-Shirt rum. Ohio State ist die staatliche Uni und gleichzeitig ein Footballteam. Unser Glück: Es war gerade ein Spiel, daher hatten wir auf der Straße Ruhe und die Ballermannamis waren in den Bars vor den Fernsehern.
Soth Bass ist eine Insel. Das sollte vielleicht noch erwähnt werden. Zwar kann man das Auto auf die Fähre nehmen, macht aber keiner. Macht doch viel mehr Spaß mit den Golfwägen rumzudüsen, was der Insel eine absurde Atmosphäre verleiht.

Das Schokolademuseum war eher ein Witz. Dafür gabs ein Eisgeschäft im Museum – oder eher war das Museum ein Raum des Eisgeschäfts. Und für 3,50 Dollar gabs einen ungelogenen halben Liter Eis. Strawberry Cheesecake um danach zur Chocoladechip Cookiedoughvollendung zu gelanden.
Außerdem gabs eine Winery, ein Heuriger quasi. Und tatsächlich war der einzige Unterschied, dass die Winery mehr noch als ein Heuriger mich an einen Brandweiner erinnert hat. Mit Gastgarten. Brandweiner delüx, also.



Der Hauptgrund unseres Ausflugs war aber auf jeden Fall der Turm – und dafür hat es sich ausgezahlt.

Dafür ist Cleveland umso hässlicher. Das hatten wir am Sonntag am Programm. Clevelands Attraktionen sind: Ein (wegen Umbau geschlossenes Museum), ein Botanischer Garten, der nicht nur 7 Dollar kostet, sondern dafür auch nichts bietet, die RnR Hall of Fame, in die wir nicht gegangen sind, weil wir mit unseren jeweiligen Gastfamilien da hin gehen werden und Very Little Italy.

Aber es war gut, mal aus Wooster rauszukommen und deshalb sind wir dann nach einem Einkauf im Shoppingcenter, das dann wenigstens am Nachmittag offen hatte (Ich dachte, ich lebe hier im Kapitalismus), nach Hause gefahren. Beute: neue Schuhe, SNL The first five years und Waynes World (bei 5 Dollar konnte ich nicht widerstehen). Außerdem Fotos von der wahrscheinlich größten Monopolysammlung der Welt. Die hat aber in Moment Marie und dementsprechend bekommt ihr die ein andermal zu sehen.

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