Ich hasse fliegen

by Yussi Pick

Um genau zu sein: Fluglinien. Von meinen letzten 7 Flügen in den letzten drei Wochen, gab es mit 6 Schwierigkeiten. Und den 7. Hab ich noch garnicht begonnen. (Spoileralert: Es ist auch nicht klar, ob ich diesen 7. Erwischen werde).
Flug Nr. 1: Cleveland – Washington, D.C.
Die Piloten sind nicht sicher, ob die Bremsen richtig funktionieren und steuern deshalb einen anderen Flughafen in Washington an. Das wär ja noch nicht so schlimm. Als wir dann sicher gelandet sind, halten sie uns noch 1 Stunde im Flugzeug fest, weil keine Treppen bereit stehen, um uns in den Bus zu befördern (der bereitsteht). Im Flughafen angekommen geben sie uns Essen, wissen aber noch nicht, was weiter mit uns geschieht. Sie sprechen davon, uns im Flieger zum richtigen Flughafen (in der selben Stadt) zurück zu schicken. Sie sind sich nicht sicher, ob sie das Gespäck entladen dürfen. Eine weitere Stunde später (das wäre dann 3 Stunden nach offizieller Ankunftszeit) geben sie uns Taxigutscheine (im Wert von Wegkosten Flughafen A zu Flughafen B) und unser Gepäck.

Flug Nr. 2: New York – Warschau
Fliege niemals mit den Polen. Abgesehen davon, dass sie am Langstreckenflug keinen Film haben und die Leinwand aufgeklappt ist aber nicht mal den GPS Bildschirmschoner anzeigt, sondern nur meinen Rücksack im Gepäckfach einsperrt, haben sie ein scheiß Service. Damit meine ich nicht, dass sie mich auch noch nach dem 5. Mal auf polnisch ansprechen und irgendwie pikiert sind wenn ich „excuse me?“ zurückfrage. Damit meine ich auch nicht, dass sie mich im Gegensatz zu meiner Billigflulinie nicht per Mail informieren, dass der Flug 5 Stunden später als gebucht geht. Aber wenn mein Flug eine Stunde Verspätung hat (von Anfang an) und mein Anschlusspuffer eine Stunde beträgt, dann erwarte ich ein bisschen Sonderbehandlung. Zum Beispiel: In der Luft herausfinden, von welchem Gate der nächste Flieger geht. Ich drücke den Serviceknopf. Nichts. Sie beginnen das Essen auszuteilen. Sie geben Getränke aus. Sie sammeln das Essen wieder ein. Noch immer keine Reaktion der Stewardessen. Dann erwische ich eine. Sie: (30 Minuten vor Abflug meines nächsten Fliegers); Nein, das kann ich ihnen nicht sagen. Das Gate steht wahrscheinlich auch noch nicht fest. Gut, dass

Flug Nr. 3: Warschau – Wien
Auch verspätet ist. Das wäre aber nicht so ärgerlich, hätte ich etwas zu trinken. Jedes andere Land, das zur Achse des Guten gehört, lässt nach dem ersten Securitycheck gekaufte Getränke mit an Bord nehmen. Die Polen sind noch ein bisschen vorauseilender. Nichtmal die in ihrem Restaurant gekaufte Wasserflasche darf ich mitnehmen. Hinter der Security gibt es keinen Getränkeautomaten. Nicht, das ich Szloti gehabt hätte…

Flug Nr. 4: Wien – Brüssel
Es ist zwar sehr spannend, mal eine Enteismaschine in Aktion zu sehen, aber auch sehr Zeitaufwändig. Deshalb hat mein Flieger Verspätung. Ich mache mir erstmal nicht so viele Sorgen: Der NY Flieger wird schon vom selben Gate weg gehen, wie ich ankomme. Schmeks. Nichtmal annähernd. Das Gate ist auf der anderen Seite des Flughafens. Eine Distanz, die ich selbst mit dem Puffer nur knapp geschafft hätte. Ich laufe und er wische den Flieger knapp, weil

Flug Nr. 5: Brüssel – NYC JFK
American Airlines ihre Passagiere wie Verbrecher behandelt. Was machen sie in den USA? Und: Wo wohnen sie? Bin ich ja gewöhnt. „Warum fliegen sie über Brüssel?“ hat mich dann doch überfordert. Auf die Frage: „Haben sie ihr Handgepäck einer anderen Person gegeben oder es kurz aus den Aufgen gelassen?“ möchte ich der unfreundlichen Dame ins Gesicht brüllen: Das letzte Mal, als ich mein Gepäck nicht gesehen habe, hab ich es einer Dame geben, die es durch einen Röntgentunnel geschickt hat. VOR ZWEI MINUTEN.
Wien war übrigens das letzte Mal, dass ich mein anderes Gepäcksstück gesehen habe. Das ist nämlich in Brüssel geblieben. Muss ich zu diesem Zeitpunkt hoffen, weil mir die nette Frau am Baggage Service Schalter nicht genau sagen konnte, wo mein Gepäck gerade ist. Es wird mir auf alle Fälle nachgeschickt, wird mir versichert. Sie haben außerdem meine Telefonnummer. Gut, dass mein Akku halb leer und mein Aufladegerät in jenem Rücksack ist. Wenigstens das GPS hab ich – dank Tip von Ili – ins Handgepäck gepackt.

Flug Nr. 6: NYC LaGua – Detroit
Ich bekomme zwei Tickets. Das eine sagt: Detroit Arrivaltime 6:55. Das andere sagt: Boardingtime to LAX: 6:55. Sympatisch, aber machbar. Würde der erste sein 6:55 versprechen halten: Weil ein Flieger von irgenwo zu spät ist, können die Reisenden nach Fort Lauderdale nicht rechtzeitig fliegen. Weil der Flieger nach Fort Lauderdale vom selben Gate geht, wie der nach Detroit, ist mein Flug nach Detroit verspätet. Er landet dann an einem anderen Gate (hätte auch nicht früher passieren können?) Wir beginnen zu boarden, fünf Minuten nachdem der Flieger eigetlich schon in der Luft sein sollte. Diese Stewardes kann im Gegensatz zur Polnischen sagen, wo mein nächster Flieger geht.

Update:

Flug Nr. 7: Detroit – LAX
Langsam beginne ich, froh zu sein, dass Flüge sich verspäten. Nachdem ich von der fReundlichen Stewardes im letzten Flieger erfahren habe, dass dieser Flug auch Verspätung hat, bin ich etwas entspannter. Ich schnlendere zum Gate C11, wo mein Flieger weggehen sollte. Dort sagt man gerade einen Gatechange durch: Mein Flieger geht von Gate C5. Ich gehe dahin und frage zur Sicherheit noch rumstehende Reisende. Der Dialog:
Ich: Ist das der Flieger nach LA?
Sie: Ja.
Ich: Wann ist die neue Abflugzeit?
Sie: um 8.
Er: Hoffentlich. Der Flieger ist gerade angekommen und sie putzen ihn noch.
Ich: Ich bin froh, dass der Flieger Verspätung hat, sonst hätte ich ihn nicht mehr erwischt, mein Flieger aus New York hatte auch Verspätung.
Er: Oh. Der Flieger nach LA kommt gerade aus New York.

Update 2:
Der Captain hat gerade durchgesagt, warum das Flugzeug dann nochmal so lange am Boden gestanden ist: Die Bodencrew hat das mit dem Gatechange nicht so mitbekommen und hat das falsche Gepäck in den Flieger gefüllt.
Ich hasse Fluggesellschaften.

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