Santa Claus is coming to town

by Yussi Pick

Dieser Eintrag könnte auch folgende Überschriften tragen:
– Santa Claus is gunning you down
– Get a job
– Junge Christen unterwegs
– 24 Stunden in DC
– Who is that anyways?
– I love Poo

Der Papst war in Washington und ich auch. Dementsprechend konnte ich wieder etwas von meiner ToDo Liste abhaken: Den Papst sehen. Um das zu tun, musste ich noch eine Kleinigkeit erledigen: “Den Papst sehen” auf meine ToDo Liste schreiben. Praktischerweise musste ich von westlich des Weißen Hauses nach östlich zur selben Zeit wie der Papst. Der hatte Vorrang und ich war gezwungen, einen riesigen Umweg zu machen oder zu warten bis der Papst vorbei gezogen ist. Mit diesen beiden Optionen hab ich mich der Konvention unterworfen und hab gewartet. Meine Zeit hab ich mir damit vertrieben, mir lustige Dinge zu überlegen, die ich Menschen fragen könnte. Die Christenfamilie neben mir hab ich in meiner Fantasie gefragt, wer dieser Kerl ist, den sie da auf ihren T-Shirts abgebildet hat. In meiner Fantasie hatte dann aber die Mutter einen Herzinfarkt und dann hab ich das doch sein lassen.
Den tanzenden, trommelnden, klatschenden, den Gehsteig komplett besetzenden Jungchristen wollte ich zuschreien: Get a job. Hab ich natürlich auch nicht gemacht. Aber ich freu mich schon darauf, 80 zu sein und sowas tatsächlich machen zu können.
Im Allgemeinen waren erstaunlich wenige Menschen da. Bei der St. Patriks Day Parade in Memphis stand ich weiter von der Absperrung weg, als beim Papst. Zugegeben, Pensilvania Avenue ist etwas länger und breiter als Bourbon Street Memphis, aber inhaltlich sind die beiden Festivitäten ja durchaus zu vergleichen: Beides katholisch, beides hat keinen amerikanischen Ursprung, bei beidem bekommt man Gratiszeug (ok, die Zeitschrift mit der “Back to Basic” Headline und den 10 Geboten am Cover ist nicht ganz mir den grünen Plastikketten vergleichbar).
Die Menschen, die da waren, lassen sich recht leicht in Kathegorien einteilen: Latinos, Junge ChristInnen (1), Alte ChristInnen (2) und Männer in schwarz, die deine Kinder unsittlich berühren.
Hale-Hale-Hale-Haleluja

(1) Junge ChristInnen ist mehr, als jung und christlich. Junge Christen treten in Scharen auf, mindestens eine Gitarre dabei, singen und sind von Hippiekollektiven nur inhaltlich, weniger optisch zu unterscheiden). Siehe auch: Funny Van Dannen – Junge Christen Unterwegs
(2) die sind wirklich vor allem alt und christlich. Konservativ versteht sich von selbst. Könnten auch in der Josefstadt wohnen.

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