10 Thesen für eine bessere Uni – These 9: BibliothekarInnen als Ressource

by Yussi Pick

Mein Studium ist vorbei und diese 10 Thesen auch bald. Die 8. war bisher die umstrittenste, vor allem, weil es bereits nicht funktionierende übergreifende Eingangsphasen gibt (etwa auf der WU und auf den Sozialwissenschaften der Uni Wien). Deshalb eine Klarstellung: Diese Thesen umgesetzt sind noch nicht das Maß aller Dinge. Wir wissen, dass was österreichische Unis umsetzen meistens in die Hose geht. Zwischen Theorie und Umsetzung ist ein großer Schritt. Zwischen Umsetzung und guter Umsetzung ein noch einmal so großer.

These 9: BibliothekarInnen als Ressource, nicht als VerwalterInnen

Die wichtigste Institution des akademischen Schreibens sind die Bibliotheken. Leider sind viele der Fachbibliotheken an der Uni Wien keine Bibliotheken sondern nur Räume in denen Bücher stehen. Die besseren Bibliotheken sind zumindest gleichzeitig Arbeitsräume für Studierende – allerdings nur für die einsamste aller Arbeiten: dem Schreiben. Nachdem LehrveranstaltungsleiterInnen zum Leid vieler Gruppenarbeiten eingeführt haben hätten die Bibliotheken längst reagieren müssen und Gruppenarbeitsräume einrichten müssen. Denn von den Studierenden eine Sozialform abzuverlangen, aber nicht einmal den Hauch einer Infrastruktur dafür zur Verfügung zu stellen ist eigentlich ein Witz. Das Argument des fehlenden Raumes sei der Fairness halber erwähnt. Eine Verbesserung ist allerdings sehr schnell, sehr leicht zu treffen: In Moment sind die BibliothekarInnen vor allem BücherschlichterInnen und EinordnerInnen. Die einzige Auskunft, die sie einem/r wissenschaftlich arbeitenden Studierenden geben können ist, in welchem Regal das Buch steht. Das ist eine Verschwendung an Potential. Alle Angestellten in den Fachbibliotheken sollten ebenfalls das sein: vom Fach. Sie sollten Studierenden als Ressource dienen, als Recherchehilfe. Natürlich können sie nicht zu jedem Thema SpezialistInnen sein, aber sie sollten einen grundsätzlichen Überblick  über Forschungsliteratur, aktuelle Diskurse, Fragestellungen haben und damit Studierenden als erste Anlaufstelle bei Rechercheproblemen dienen.

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