My love for you shall live forever. You, however, did not.

by Yussi Pick

Int. GAng eines ALTBAUhauses, Abend
Kathis OMA steht in der Tür. Sie ist eine 80 jährige, verrunzelte, kleine Frau. KATHI ist die einzige Person seit 10 Jahren, die sie lächeln gesehen hat. Der Lift kommt an und Kathi steigt aus. Kathi spricht in der ganzen Szene lauter und deutlicher als gewöhnlich.
Oma
Also ich weiß nicht, wenn du sagst, du kommst um halb sechs, dann bist du um zwanzig nach fünf da. Wenn dein Bruder sagt er kommt um sechs, dann ist er um sieben da.
Kathi geht den Gang entlang.
Int. Oma’s Vorzimmer – Continuous
Kathi
Tja, so bin ich halt. Hallo Oma, alles klar?
Kathi zieht sich aus, Oma geht in die Küche.
Int. Oma’s Küche – Continuous
OMA
Ich hab dir wieder mal Schnitzl gemacht. Diesmal sind’s vom Hofer, weil beim Zielpunkt hat’s keine mehr gegeben. Ich hoff sie schmecken dir trotzdem.
Kathi folgt ihr.
Kathi
Sicher, Oma. Und, wie gehts?
OMA
Gutgut. Du im Theater war ich gestern. Das hätt ich nicht machen sollen. Mit dem Auto sinds auf die Bühne gefahren.
Kathi
(belustigt, gleichzeitig besorgt)
Was hast du dir denn angeschaut
OMA
Was?
Kathi
(lauter)
Was hast du dir denn angeschaut?
OMA
Na einen Schaß. Mutter Courage und sie fahrt mim Auto auf die Bühne. Aber ich vergönns dem Schottenberg.  Da kann er ein Roter sein, was er will. Es war nicht voll! Und Pause habens auch keine gemacht, damit die Leut nicht gehen.
Die Mikrowelle piept, OMA nimmt einen Teller Reis raus. Sie ächtst, als sie die Schnitzel aus dem Backrohr nimmt.
OMA
Und, was hast du so gemacht. Erzähl mir halt was! Warst im Kino?
Kathi
Nein, war ich nicht.
OMA
Was?
KAHTY
(lauter)
Nein, war ich nicht.
Oma humpelt mit dem Teller Reis ins Wohnzimmer. Kathi hinter ihr trägt den anderen Teller.
OMA
Ah. Spüt eh nix gscheits. Ich war am Montag im Votivkino und es waren mit mir drei Leute im Saal.
Kathi
Mhm.
INT. Oma’s Wohnzimmer – Continuous
Kathi und Oma setzen sich an den Esstisch, der schon aufgedeckt ist.
OMA
Schmeckts dir eh? Beim Hofer hats keine gegeben, bin ich zum Zielpunkt gegangen. Na, was hast du so gemacht, letzte Woche? Erzähl mir halt was!
Kathi
Die Eltern eines Kollegen sind draufgekommen, dass er schwul ist, das…
OMA
Aha. Na als die Vorstellung war um 18 Uhr und es waren mit mir nur drei Leute im Saal.
Kathi
(belustigt, interessiert spielend)
Aha?
OMA
Aso, na Schwul? Najo. Du weißt ja. Gegen Schwule hab ich nix, weil…Aber Lesben? Wie funktioniert denn das, die hamm ja kein Zumpfel…Na, bei Schwulen kann ich mir das einfach technisch vorstellen.
Kathi will darüber wirklich nicht mit ihrer Oma reden.
Kathi
Mhm.
OMA
Und was machst du heute noch so?
Kathi
Ich muss dann gleich wieder ins Studio, ich hab noch eine Sendung heute.
OMA
Was?
KAHTY
Ich muss heute noch arbeiten, Oma.
OMA
Was machst du da eigentlich genau?
Kathi verdreht die Augen. Sie hat ihr offenbar schon 1000 Mal erklärt, was ihr Beruf ist.
Kathi
Ich mache Beiträge für die Info-Sendungen am Nachmittag und alle heiligen Zeiten darf ich Interviews führen und heute habe ich mein erstes Liveinterview.
OMA
Wirklich? Wann? Das muss ich anhören. Mit wem schwatzt’ denn? Naja, ich verstehs eh nicht. Schmeckts dir eh? Na auf jeden Fall vergönn ichs dem Schottenberg wirklich. Du, aber ich bin nicht die einzige, die sich aufregt. Du, brauchst du ein Geld?
KAHTI

Nein, danke, Oma. Ich bin gut versorgt.

Die folgende Szene ist aus dem Piloten einer Fernsehserie, den ich vor einiger Zeit geschrieben habe. Der Oma Charakter ist angelehnt an meine Oma, die mir auch Schnitzl vom Zielpunkt gemacht hat, wenn’s keine mehr beim Hofer gab. 

Int. Gang eines Altbauhauses, Abend

Kathis OMA steht in der Tür. Sie ist eine 80 jährige, verrunzelte, kleine Frau. KATHI ist die einzige Person seit 10 Jahren, die sie lächeln gesehen hat. Der Lift kommt an und Kathi steigt aus. Sie spricht in der ganzen Szene lauter und deutlicher als gewöhnlich.

Oma: Also ich weiß nicht, wenn du sagst, du kommst um halb sechs, dann bist du um zwanzig nach fünf da.

Kathi geht den Gang entlang.

Int. Oma’s Vorzimmer – Continuous

Kathi: Tja, so bin ich halt. Hallo Oma, alles klar?

Kathi zieht sich aus, Oma geht in die Küche.

Int. Oma’s Küche – Continuous

OMA: Ich hab dir wieder mal Schnitzl gemacht. Diesmal sind’s vom Hofer, weil beim Zielpunkt hat’s keine mehr gegeben. Ich hoff sie schmecken dir trotzdem.

Kathi folgt ihr.

Kathi: Sicher, Oma. Und, wie geht’s?

OMA: Gutgut. Du im Theater war ich gestern. Das hätt ich nicht machen sollen. Mit dem Auto sinds auf die Bühne gefahren.

Kathi (belustigt, gleichzeitig besorgt): Was hast du dir denn angeschaut

OMA: Was?

Kathi (lauter): Was hast du dir denn angeschaut?

OMA: Na einen Schaß. Mutter Courage und sie fahrt mim Auto auf die Bühne. Aber ich vergönns dem Schottenberg.  Da kann er ein Roter sein, was er will… Es war nicht voll! Und Pause habens auch keine gemacht, damit die Leut nicht gehen.

Die Mikrowelle piept, OMA nimmt einen Teller Reis raus. Sie ächtst, als sie die Schnitzel aus dem Backrohr nimmt.

OMA: Und, was hast du so gemacht. Erzähl mir halt was! Warst im Kino?

Kathi: Nein, war ich nicht.

OMA: Was?

Kathi: (lauter): Nein, war ich nicht.

Oma humpelt mit dem Teller Reis ins Wohnzimmer. Kathi hinter ihr trägt den anderen Teller.

OMA: Ah. Spüt eh nix gscheits. Ich war am Montag im Votivkino und es waren mit mir drei Leute im Saal.

Kathi: Mhm.

INT. Oma’s Wohnzimmer – Continuous

Kathi und Oma setzen sich an den Esstisch, der schon aufgedeckt ist.

OMA: Schmeckts dir eh? Beim Hofer hats keine gegeben, bin ich zum Zielpunkt gegangen. Na, was hast du so gemacht, letzte Woche? Erzähl mir halt was!

Kathi: Die Eltern eines Kollegen sind draufgekommen, dass er schwul ist, das…

OMA: Aha. Na als die Vorstellung war um 18 Uhr und es waren mit mir nur drei Leute im Saal.

Kathi (belustigt): Aha?

OMA: Aso, na Schwul? Najo. Du weißt ja. Gegen Schwule hab ich nix, weil…Aber Lesben? Wie funktioniert denn das, die hamm ja kein Zumpfel…Na, bei Schwulen kann ich mir das rein technisch vorstellen.

Kathi will darüber wirklich nicht mit ihrer Oma reden.

Kathi: Mhm.

OMA: Und was machst du heute noch so?

Kathi: Ich muss dann gleich wieder ins Studio, ich hab noch eine Sendung heute.

OMA: Was?

Kathi: Ich muss heute noch arbeiten, Oma.

OMA: Was machst du da eigentlich genau?

Kathi verdreht die Augen. Sie hat ihr offenbar schon 1000 Mal erklärt, was ihr Beruf ist.

Kathi: Ich mache Beiträge für die Info-Sendungen am Nachmittag und alle heiligen Zeiten darf ich Interviews führen und heute habe ich mein erstes Liveinterview.

OMA: Wirklich? Wann? Das muss ich anhören. Mit wem schwatzt’ denn? Naja, ich verstehs eh nicht. Schmeckts dir eh? Na auf jeden Fall vergönn ichs dem Schottenberg wirklich. Du, aber ich bin nicht die einzige, die sich aufregt. Du, brauchst du ein Geld?

KAHTI: Nein, danke, Oma. Ich bin gut versorgt.

CUT

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